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Freitag, 18. Mai 2012

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Prähistorische Ausgrabungsstätte "Steinrinne" Bilzingsleben
Die Geheimnisse des Urmenschen von Bilzingsleben

Bilzingsleben ist eine kleine Gemeinde im Landkreis Sömmerda, idyllisch gelegen am Nordrand des Thüringer Beckens. Nicht viel mehr als 770 Einwohner leben in dem auf den ersten Blick ein wenig verschlafen wirkenden Ort. Doch befindet sich ganz in der Nähe eine einzigartige Fundstelle von Weltrang.

In den 1960er und 1970er Jahren brachten Ausgrabungen unter Leitung von Prof. Dr. Dietrich Mania im ehemaligen Travertin-Steinbruch (Steinrinne) unweit Bilzingslebens sensationelle Zeugnisse von Lebensspuren und Skelettresten des frühen Menschen, wie er vor etwa 370.000 Jahren in Mitteleuropa lebte, zu Tage. Mit diesen steinzeitlichen Funden hat sich Bilzingsleben in Wissenschaftskreisen einen Namen gemacht. Die Ausgrabungsstätte „Steinrinne“ Bilzingsleben zählt seitdem zu den bedeutendsten steinzeitlichen Fundstätten der Welt.

Prähistorische Ausgrabungsstätte "Steinrinne" Bilzingsleben

 

Altsteinzeitliche Schatztruhe

Unter der Travertinschicht konservierte der Lagerplatz des Homo erectus bilzingslebenensis im weichen Sand eines einstmals vorhandenen Sees. Neben Steingeräten wurden erstmals in Mitteleuropa in größerem Umfang Knochen- und Geweihwerkzeuge, Feuerstellen und Arbeitsplätze ausgegraben. Zahlreiche Pflanzen- und Tierreste erlauben den Forschern eine genaue Rekonstruktion der Umweltbedingungen jener Zeit. Bis heute wurden 37 Reste des frühen Menschen freigelegt. Das bisher geborgene Fundmaterial umfasst mehr als 140.000 Feuersteinartefakte, tausende andere Geräte aus Stein, Knochen, Geweih, Elfenbein und Holz sowie mehrere Tonnen an tierischen Überresten und botanischem Material. Anhand dieser Funde kann die Kultur und Umwelt des frühen Menschen mit hoher Genauigkeit rekonstruiert werden.

Eine einzigartige Besonderheit in Bilzingsleben ist ein nahezu kreisrundes Areal, das durch das planvolle Eindrücken von tierischen Überresten und Knochen in den weichen Ufersand entstanden ist. Ein Teil des Knochenpflasters wurde geborgen und ist im Sachsen-Anhaltinischen Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen. Der andere Teil ist als Originalfund noch immer auf der „Steinrinne“ in Bilzingsleben zu besichtigen. Über die Bedeutung dieses Fundes gibt es seither viele Spekulationen in Wissenschaftskreisen. Ob es sich hier um einen altpaläolithischen Ritusplatz handelt, kann nur gemutmaßt werden.

Prähistorische Ausgrabungsstätte "Steinrinne" Bilzingsleben
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Tel.: 03634 354-219
Fax: 03634 623082

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veröffentlicht: 12.12.2011 14:19:39
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